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Am 11/05/2012 um 14:16 h

Der 6te Kontinent, eine neue Plastikabfallwelt

Der 6te Kontinent, eine neue Plastikabfallwelt.

Es gibt den 6. Kontinent. Traurig, aber wahr, diese neue Welt ist nichts  weiter als einfach nur ein riesiger Plastikmüllteppich, welcher mitten im Nordpazifik treibt. Beeindruckend, unglaublich, angsterregend. Aber auch schmutzig, ekelerregend und tödlich, diese neue Landschaft mit seinen Plastikstränden.

Ein treibender Plastikmüllteppich
Er treibt mehrere tausende von Kilometern weit entfernt von uns hier in Europa.
Aber das erlaubt uns nicht, den Kopf abzuwenden und dieses Thema zu ignorieren. Die Verursacher dieser Umwelt-Barbarei sind die hauptsächlich Amerikaner und die Asiaten, welche sich anscheinend überhaupt nicht um Ihre Umwelt kümmern. Doch ihre Umwelt ist auch unsere.

In durch Meeresströmungen entstandenen Meereswirbeln sammelt sich Zivilisationsmüll. Es handelt sich tatsächlich um einen treibenden Müllberg, in welchem sich durch die Meeresströmungen der Zivilisationsmüll  sammelt wie Zahnbürsten, Plastikflaschen, Plastiktüten, alte Turnschuh, CD-Hüllen, Eimern, Kabeltrommeln bis zu Einwegrasierer. Der Plastikmüllteppich im Nordpazifik wird auch als „Great Pacific Garbage Patch (GPGP)“ bezeichnet (deutsch: Großer Pazifikmüllfleck). Leider ist GPGP nicht der einzige Plastikmüllteppich, es wurden bereits weitere in unseren Ozeanen gesichtet. Der Großteil (ca. 80 %) des Plastikmülls kommt über Flüsse ins Meer. Etwa ein Fünftel ist geschredderter oder komplett über Bord geworfener Schiffsmüll.

Es ist schwer zu messen, von welcher Fläche wir bei dem Plastikmüllteppich im Nordpazifik sprechen. Es wird mit der Fläche von Frankreich verglichen bis hin zu der Fläche von Mitteleuropa. Die Messung ist so ungenau, da der Müll nicht per Satellit erkennbar ist. Es wird eine Tiefe von bis zu 30 Metern auf der Höhe zwischen Los Angeles und Hawai geschätzt. Sehen Sie hier die Strömungen.

Alle Strömungen führen in den Ocean
Bislang kann kein Luft- oder Satellitenbild dieses Phänomen festhalten. Auch ist es sehr schwer zu sagen, wie lange diese Müllteppich schon in unseren Ozeanen treibt. Charles Moore hat 1999 als erster über diese Realität berichtet. Seitdem sind nur zwei Expeditionen zu diesem Tatort zu verzeichnen. Jetzt, im März 2012, hat der französische Verband „Famille de France“ eine neue Expedition gestartet, um mehr Informationen über diesen 6. Kontinent zu sammeln. Die Hauptmission des 33 Meter langen Segelbootes ist die Geolokalisation und verschiedenen Messungen vorzunehmen, wie z. B. die Bestimmung der Wasserqualität vor Ort. Die zweite aktuelle Initiative nennt sich „A la recherche du 7eme continent“ (Deutsch: die Entdeckung des 7ten Kontinents), (weshalb der 7. und nicht der 6. Kontinent können wir Ihnen leider auch nicht beantworten). Geleitet von „Ocean Scientific Logistic“ hat diese Kampagne zum Ziel über diesen Zustand zu informieren und die Öffentlichkeit über diesen Müllteppich aufzuklären und die Konsequenzen darzulegen, um am Ende ein neues Bewusstsein im Umgang mit unserer Umwelt zu bewirken.

Eine Umweltkatastrophe, welche sich direkt auf die Artenvielfalt auswirkt.

Die gravierendste Auswirkung des Plastikmülls trägt die marine Tier und Pflanzenwelt. Vögel, Fische und Meeressäuger fressen teilweise größere Fragmente, welche nicht verdaulich sind und den Magen dauerhaft füllen. Die Tiere verhungern durch ihre mit Müll überfüllten Mägen, welche keine richtige Nahrung mehr zulassen und sowieso kein Hungergefühl mehr zulassen. Meeresschildkröten fressen gerne Quallen, immer öfter verwechseln sie diese mit den treibenden Plastiktüten, welche dann an Stelle in den Mägen landet. Mitunter bleiben Seehunde in Getränkekästen stecken und Delfine und Fische in aufgegebenen Fischernetzen. Charles Curtis Ebbesmeyer fand in einem verendeten Albatros-Jungtier an die 100 Plastikteile, mit denen es von den Elterntieren gefüttert worden war (National Geographic 10/2005). Dies umschreibt die ersten Konsequenzen. Die Nahrungskette schließt den Menschen nicht aus, daher bleibt abzuwarten, wann unser eigener Müll wieder bei uns auf dem Teller landet. Dabei bedarf es nur Achtsamkeit, um seine Plastikflasche einfach in den nächsten Mülleimer zu werfen, als diese der Natur zu überlassen, welche sich nicht dagegen wehren kann.

Hier einige Impressionen des 6. Kontinents :

 

Crédit image : © ImageShack, Chris jordan & Storage.canalblog
Rédaction : Mathieu Doutreligne

 

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